Konzept

selbstbestimmt lernen

Schülerinnen und Schüler arbeiten

  • im eigenen Tempo
  • an selbstgewählten Orten
  • mit selbstgewählten Partnern
  • an selbstgewählten Themen
  • mit selbstgewählten Materialien

Orte zum Lernen gibt es verschiedene im Schulgebäude und auf dem Gelände. Beispiele sind sowohl ruhige Schreibtischplätze als auch gemütliche Nischen, ein Bewegungsraum, eine Bibliothek, Computerarbeitsplätze, ein Werkraum, „grüne Arbeitsplätze“ im Außengelände und viele andere kleine  Orte. Auch außerschulische Lernorte wie Supermärkte, Gewerbebetriebe, Wald, Bach und Gärten werden erschlossen.

Lernpartner können gleichaltrige, jüngere oder ältere Schüler, feste Mitarbeiter oder kurzfristig eingesetzte Honorarkräfte sein. Jüngeren etwas erklären, mit Gleichaltrigen etwas erforschen, von älteren Schülern etwas erklärt bekommen sind oft bessere Wege etwas zu lernen als Lehrer es vorausplanen können. Dennoch stehen Erwachsene mit ihren Kompetenzen zur Verfügung, vertiefen, fordern heraus, unterstützen, geben auf Anfrage Rückmeldung.

Die große intrinsische Motivation, die Kinder mitbringen, lässt sich durch das Erarbeiten an selbstgewählten Themen aufrecht erhalten. Themen, an denen Kinder interessiert sind, beinhalten immer auch Aspekte, die in Lehrplänen festgelegt sind oder lassen sich auf diese beziehen. Methodenkompetenzen lassen sich ohnehin an vielfältigen Themen erwerben.

Als Materialien stehen Schülerinnen und Schülern vor allem solche zur Verfügung, die eigene Lernwege eröffnen, unterstützen und herausfordern. Dazu gehören vor allem „Werkzeuge“ wie Anlauttabelle, Wörterbücher, gleiches Material in großer Menge, Computer, Sachbücher usw. Auf das Lernen praktischer, handwerklicher und künstlerischer Tätigkeiten wird ebenfalls viel Wert gelegt und hierfür Raum und Material zur Verfügung gestellt.

kooperativ handeln

An die Stelle eines allein vom Lehrer geplanten Unterrichts, tritt die Arbeit an von den Schülerinnen und Schülern gewählten Themen. Sie arbeiten gemeinsam – in 2er Teams, als kleine oder große Gruppen, ganz wie es zum gewählten Vorhaben passt. Sie planen, besprechen und reflektieren ihre Vorhaben im „Kreis“, der regelmäßig stattfindet und von einem aus der Reihe der Schüler gewählten Kreisleiter geleitet wird. Regeln für das Miteinander und auch die Rahmenbedingungen für das Arbeiten eines jeden Einzelnen werden in der Schulversammlung gemeinsam ausgehandelt. Dabei gibt es außer der Konzeption als „Grundgesetz“ kein von Erwachsenen „vorgedachtes“ Regelwerk. Die selbst erstellten Regeln werden an der Realität überprüft. Auch Lehrerinnen und Lehrer arbeiten mit den anderen Erwachsenen und den Kindern im Sinne einer Kooperation. Entscheidungen werden vom Team gemeinsam getroffen, es gibt keinen „Chef“, der alle überstimmt. Auch nach außen, in die Stadt, zu anderen Schulen, usw. sind alle um kooperative Beziehungen bemüht.

demokratisch entscheiden

Entscheidungen werden demokratisch getroffen. Alle Entscheidungen dürfen in Frage gestellt und überdacht werden. Dies gilt für die Arbeit im Träger(verein), im Schulkollegium, in und mit der Elternschaft und selbstverständlich für die Kinder. Im „Kleinen“ dient der „Kreis“, im „Großen“ die Schulversammlung als „Parlament“ – hier kann alles, was das Schulleben betrifft besprochen und bestimmt werden. Jeder darf mitreden. Dass auch das nur mit gut bedachten Regeln funktionieren kann, muss nicht von außen vorgegeben werden, sondern kann gemeinsam beschlossen werden. Kern des Ganzen – Sinn der Schule – ist es, einen Ort mit genügend Ressourcen und idealen Bedingungen zum Lernen zu haben. „Das Lernen hochhalten“ (Falko Peschel) ist die erste Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer – und sollte so auch ein Hauptaugenmerk der Kinder werden.